Bibliographische Daten (Endnote & Co.)

Welche Möglichkeiten bietet MAXQDA für den Import bibliographischer Daten?

MAX­QDA bietet die Möglichkeit, bibliographische Daten aus Programmen zur Literaturverwaltung wie bspw. Endnote, Citavi und Zotero zu importieren. Solche Programme werden vor allem im wissenschaftlichen Bereich bei der Literaturarbeit eingesetzt, d.h. sie dienen primär der Verwaltung von Literaturangaben und der Erstellung von Literaturlisten und unterstützen die Erstellung von wissenschaftlichen Texten. Ähnlich wie MAX­QDA arbeiten die Programme zur Literaturverwaltung mit Projekten, d.h. Containern, die alle gesammelten bibliographischen Informationen enthalten. Die Einheiten der Projekte bestehen aus Literaturangaben (Autor/in, Titel etc.), die teilweise auch Links auf Webseiten und weiterführende Informationen enthalten.

MAX­QDA kann mit allen Programmen zur Literaturverwaltung kooperieren, die in der Lage sind, ihre Literaturdatenbanken im RIS-Format, einem Standardformat für bibliographische Angaben, zu exportieren. Bei RIS-Dateien handelt es sich um einfache Textdateien, in denen alle exportierten Literatureinträge hintereinander gelistet sind. Die RIS-Dateien enthalten sogenannte „Tags“, die aus zwei Buchstaben bestehen und an die sich jeweils die zugehörigen Informationen anschließen. Wichtige Tags sind zum Beispiel:

TY – Typ der Literaturangabe, leitet immer einen neuen Eintrag ein

ID – eine eindeutige Identifikationsnummer des Eintrags

AU – Autor/in

TI – Titel

PY – Veröffentlichungsdatum

ER – muss am Ende stehen und schließt einen Eintrag ab

Eine detaillierte Beschreibung aller Tags des RIS-Formates findet sich bei Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/RIS_(Dateiformat). Eine Quellenangabe im RIS-Format sieht beispielsweise so aus:

TY  – BOOK
AU  – McLuhan, Marshall
AU  – Fiore, Quentin
TI  – The medium is the message
PY  – 1967
CY  – New York
PB  – Bantam Books
ER  –

Import starten

Um eine RIS-Datei zu importieren, wechseln Sie auf den Tab Import und wählen Sie im Menü den Eintrag Bibliographische Daten. Daraufhin erscheint ein Auswahldialog, der nur Dateien mit den Endungen RIS oder TXT auflistet. Wählen Sie hier eine entsprechende Datei aus und bestätigen Sie Ihre Wahl mit OK.

Import und automatische Vorab-Codierung

Beim Import geschieht folgendes:

  • Es wird eine neue Dokumentgruppe angelegt, die mit „RIS_“ beginnt und um den Namen der Import-Datei ergänzt wird.
  • Alle Literatureinträge der RIS-Datei werden als jeweils einzelnes Dokument zu der neu erstellten Dokumentgruppe hinzugefügt; die Reihenfolge der Einträge bleibt dabei erhalten. Die importierten Dokumente werden in der „Liste der Dokumente“ mit einem Buch symbolisiert.
  • Der Dokumentname wird nach folgendem Schema zusammengesetzt:
    <Autor/in> – <Jahr> – <ID>. Leere Felder sind ggf. durch ein „?“ gekennzeichnet. Bei mehreren Autoren/innen werden nur Name und Vorname der/s Erstautors/in verwendet, gefolgt von einem „et al.“.
  • Die neu erstellten Dokumente enthalten die Informationen, die rechts neben den Tags aufgelistet sind. Die Tags selbst werden nicht importiert.
  • In der „Liste der Codes“ wird ein neuer Obercode „RIS“ erstellt, der als Untercodes alle RIS-Tags enthält, die in der Importdatei verwendet werden, z.B. „TY – Type of reference“.
  • Beim Import werden alle Dokumente automatisch vorab codiert, indem jeder Textabschnitt mit dem zugehörigen Tag-Code codiert wird.
  • Eine Anzeige informiert über den Fortschritt des Importvorgangs.
RIS-Datei nach dem Import in MAX­QDA

Übernahme ausgewählter Informationen als Variablen

Folgende Variablen werden beim Import bibliographischer Daten automatisch übernommen, und zwar zu jedem neu erstellten Dokument.

  • RIS_Type (Art der Referenz) – String
  • RIS_Author (Erste/r Autor/in) – String
  • RIS_Title (Titel) – String
  • RIS_Reference-ID (Identifikationsnummer) – Integer
  • RIS_Year (Veröffentlichungsjahr) – Integer

Die Variablen werden als Systemvariablen angelegt und lassen sich vom Benutzer nicht ändern.

Übernommene Variablenwerte zu jedem Dokument

Arbeit mit bibliographischen Daten in MAX­QDA

Nach dem Import und der automatischen Vorab-Codierung stehen die bibliographischen Daten wie normale Texte in MAX­QDA zur Verfügung. Das bedeutet, sie lassen sich durchsuchen, codieren, verlinken, editieren und mit Memos versehen und stehen für weitere Analysen zur Verfügung. Natürlich können auch die Visual Tools und alle anderen Funktionen wie z.B. die Grafik- und Statistik-Funktionen hierauf angewendet werden. Durch die automatische Vorabcodierung können beispielsweise nur Dokumente eines bestimmten Typs ausgewählt und ausgewertet werden, etwa nur Zeitschriftenbeiträge oder Sammelbandbeiträge.

Export bibliographischer Daten im RIS-Format

Aus einem MAX­QDA-Projekt lassen sich bibliographische Angaben im RIS-Format exportieren, um sie beispielsweise in ein Programm zur Literaturverwaltung zu importieren. Die Exportfunktion finden im Tab Reports. Klicken Sie hier auf das Symbol Export und wählen Sie im Menü den Eintrag Bibliographische Daten im RIS-Format aus.

Nachdem Sie einen Speicherort angegeben haben, werden alle Dokumente des Projektes, die bibliographische Daten enthalten und daher durch das Symbol „Buch“ gekennzeichnet sind, in eine RIS-Datei (Codierung: UTF-8) exportiert.