Geo-Links

Mit Google Earth und anderen geografischen Programmen wie Google Maps ist es möglich geworden, jeden beliebigen Punkt auf diesem Planeten mittels eindeutiger Koordinaten anzusteuern. Unter einem Geo-Link oder einer Geo-Referenz wird die Verbindung eines Elements von MAXQDA mit einem bestimmten Ort auf diesem Globus verstanden. So kann etwa für einen Befragten eine Geo-Referenz zu seiner Wohnung bzw. zum Wohnhaus verweisen. In einer Studie über Kindertagesstätten, lassen sich die genauen Standorte der Kitas auf einer Karte festhalten.

Mit Hilfe von Geo-Linking ist es also möglich, den Raumbezug von sozialwissenschaftlichen Forschungsdaten herzustellen. Die Nutzung von Geo-Referenz-Tools, prototypisch Google Earth, in Kombination mit Software für qualitative Datenanalyse ist noch relativ neu. Einer der ersten Forscher, der diese Technik angewandt hat, war Cesar Cisneros, Professor im Bereich Soziologie der Universitaria Autonoma Metropolitan Iztapalapa, Mexico. Im Zuge eines Forschungsprojekts in Südamerika nutzte er im Jahr 2006 erstmals Georeferenzen in einem MAX­QDA-Projekt. Er verwendete dabei die Funktion der externen Links. In MAX­QDA stehen eigene Geo-Links zur Verfügung, die auch gesondert in einer Spalte neben dem Dokument angezeigt werden. Um einen Geo-Link zu erzeugen, gehen Sie so vor:

  1. Im ersten Schritt speichern Sie Ihren gewünschten Ort bzw. Ihre Orte als Datei(en)mit Hilfe der Menüoption Datei > Speichern in Google Earth. Die von Google Earth erstellten Dateien erhalten automatisch die Dateiergänzung “KML”.
  2. In MAX­QDA wird nun der gewünschte Textabschnitt oder Bildausschnitt wie üblich mit der Maus markiert, anschließend mit der rechten Maustaste angeklickt und aus dem dann erscheinenden Kontextmenü die Option Geo-Link einfügen gewählt. Jetzt muss nur noch die richtige KML-Datei im Dateidialog ausgewählt werden und schon ist die Verbindung hergestellt.

Die KML-Datei enthält u.a. die Koordinaten des verlinkten Ortes und alle zum Start von Google Earth notwendigen Informationen. Wann immer Sie später auf diesen Link in MAX­QDA klicken, wird Google Maps im Internetbrowser geöffnet und der Ort mit einem roten Spot markiert.

Sobald Sie die Maus über den Geo-Link bewegen, erscheinen der Ortsname und dessen Koordinaten (Längengrad und Breitengrad) im Tooltip. Genau dies ist in der folgenden Bildschirmabbildung ersichtlich. Es ist ein Geo-Link mit dem Namen des Interviewten „Jan“ verknüpft worden und dieser Geo-Link führt zum Ort „Schloß 1, Marburg“, dessen Koordinaten ebenfalls angezeigt werden.

Wenn Sie im Kontextmenü des Dokuments die Option Geo-Link-Leiste anzeigen wählen, fügt MAXQDA links neben der Spalte mit der Absatznummerierung noch eine weitere Spalte ein, in der das Vorhandensein von Geo-Links durch einen grünen Ball symbolisiert werden. Auf diese Weise lassen sich die Geo-Referenzen gut von anderen Links unterscheiden.

Das Symbol „orangene Ortsfahne” zeigt einen Geo-Link an
Hinweis: Beim Hinzufügen eines Geo-Links wird die KML-Datei in das MAX­QDA-Projekt selbst importiert. Das Speichern in der Projekt-Datei erleichtert es, das gesamte Projekt mit allen zugehörigen KML-Dateien an die anderen Mitglieder des Forschungsteams weiterzugeben.

Segmente, die einen Geo-Link besitzen, können selbstverständlich wie alle anderen Segmente auch mit einer oder mehreren Kategorien des Codesystems codiert werden.

In der tabellarischen „Übersicht Links“, die im Kontextmenü in der „Liste der Dokumente“ auf vielen Ebenen (Projekt, Dokumentgruppe, Dokumente) verfügbar ist, lassen sich Geo-Links leicht wiederfinden. In der ersten Spalte der Übersichten wird das Vorhandensein eines Geo-Links – ähnlich wie im „Dokument-Browser“– durch eine orangene Ortsfahne symbolisiert. Wenn man den Spaltenkopf dieser Spalte anklickt, wird die gesamte Spalte nach den Symbolen sortiert, so dass es möglich ist, alle Geo-Links hintereinander gelistet zu bekommen.

Anzeige von Geo-Links durch das Symbol „orangene Ortsfahne” in der „Übersicht Links“

Einfügen von Geo-Links als Stand-alone-Objekte in MAXMaps

Geo-Links lassen sich auch in MAXMaps einfügen. Wenn man auf der freien Arbeitsfläche an einer beliebigen Stelle mit der rechten Maustaste klickt, erscheint ein Kontextmenü mit einer Option Geo-Link einfügen. Nach Wahl der Option muss man anschließend im Dateidialog die gewünschte KML-Datei auswählen.

Die Arbeitsfläche von MAXMaps sieht dann folgendermaßen aus:

Ein neu eingefügter Geo-Link in MAXMaps

Der von Google Earth stammende Dateiname wird automatisch als Label in MAXMaps übernommen. Natürlich lässt sich dieser – meist sehr lange – Dateiname durch eine aussagekräftigere Bezeichnung ersetzen.

Der so eingefügte Geo-Link kann im Weiteren wie jedes andere Objekt in der MAXMaps Arbeitsfläche gehandhabt werden: Man kann ein anderes Symbol oder Bild wählen, die Darstellung verkleinern oder vergrößern und anderes mehr.

Ein Geo-Link im Kontext anderer Objekte in MAXMaps

Geo-Linking für Codes, Texte, Memos und codierte Segmente in MAXMaps

Auch alle in MAXMaps verwendbaren MAX­QDA-Objekte können mit einer geographischen Referenz in Google Earth verbunden werden. Genau wie bei den freien Objekten erscheint in der oberen rechten Ecke immer ein Symbol („blauer Ball“), wenn ein Geo-Link mit dem Objekt verbunden ist. Sobald man auf dieses Symbol doppelklickt, wird Google Earth gestartet und fokussiert auf die entsprechende Location.

Ein Hintergrundbild in MAXMaps in Kombination mit Geo-Links nutzen

Google Earth erlaubt es, jedes angezeigte Bild als JPG-Datei zu sichern. Dieses kann dann als Hintergrundbild von MAXMaps importiert werden.

Unsichtbare Hot Spots sowie alle Arten von MAX­QDA-Objekten wie bspw. Dokumente, Codes, Memos etc. können dann in die Map mit dem betreffenden Hintergrundbild eingefügt werden.