Codelandkarte: Codes nach Ähnlichkeit verorten

In der Codelandkarte werden ausgewählte Codes wie auf einer Landkarte dargestellt. Je mehr Überschneidungen zwei Codes haben, je ähnlicher sie also im Datenmaterial verwendet wurden, desto näher werden sie beisammen platziert.

Die „Codelandkarte“

Eine Codelandkarte erstellen

Um eine Codelandkarte zu erstellen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Wählen Sie im Menüband die Funktion Visual Tools > Codelandkarte. Daraufhin erscheint folgender Dialog:
    Optionen für eine neue Codelandkarte
  2. Ziehen Sie mit der Maus in den oberen Bereich alle Codes aus der „Liste der Codes“ hinein, die Sie auf der Codelandkarte platzieren möchten. Sie können auch Codes aktivieren und diese mit dem Button Aktivierte Codes einfügen direkt in den Dialog übernehmen.
  3. Wählen Sie eine der drei folgenden Optionen, die darüber bestimmen, was bei der Auswertung als Ähnlichkeit zwischen zwei Codes gewertet werden soll:
    Überschneidung am Segment – Gezählt wird, wie häufig zwei Codes gemeinsam an einem Segment vergeben wurden. Es reicht aus, wenn sich die Codes überlappen, sie müssen nicht 100% den gleichen Bereich abdecken.
    Nähe von Codes im gleichen Dokument – Gezählt wird, wie häufig zwei Codes in einem definierbaren Abstand im gleichen Dokument oder der gleichen Media-Datei vergeben wurden. Den maximalen Abstand können Sie in die Zahlenbox eintragen.
    Vorkommen von Codes im gleichen Dokument – Gezählt wird, in wie vielen Dokumenten zwei Codes vorkommen. Dabei spielt die Position der beiden Codes keine Rolle, sie müssen beide nur mindestens einmal im Dokument vergeben worden sein.
  4. Schränken Sie die Auswertung bei Bedarf auf die derzeit aktivierten Dokumente ein.

Nach Klick auf OK öffnet MAXQDA die fertige Landkarte:

Fenster „Codelandkarte“

Was zeigt die Codelandkarte?

Jeder Kreis symbolisiert einen Code, wobei die Abstände zwischen zwei Codes widerspiegeln, wie ähnlich die Codes im Datenmaterial verwendet worden sind. Optional werden die Kreise umso größer dargestellt, je mehr Codierungen mit dem Code vorgenommen wurden. Mithilfe von Farben können Zugehörigkeiten zu einer Gruppe (Cluster) hervorgehoben werden. Zudem lassen sich Verbindungslinien zwischen den Codes einschalten, die anzeigen, welche Codes Überschneidungen der gewählten Auswertungsvariante besitzen. Wahlweise werden die Verbindungslinien dicker dargestellt, je mehr Überschneidungen zwischen zwei Codes existieren.

Hinweise: (1) Falls ein im Optionsdialog ausgewählter Code mit gar keinem anderen ausgewählten Code gemeinsam vorkommt, wird er nicht auf der Codelandkarte platziert. (2) Es kann sein, dass an einer Position mehrere Codes platziert werden, weil ihre Ähnlichkeit zu anderen Codes identisch ist.

Die Funktionen der Symbolleiste

Mithilfe der Symbolleiste am oberen Rand können Sie verschiedene Einstellungen an der Codelandkarte vornehmen.

Die ersten drei Symbole erlauben es einzustellen, was als Ähnlichkeit zwischen zwei Codes gezählt wird. Es handelt sich um die drei oben genannten Optionen:

 Analysierte Beziehung der Codes – Überschneidung von Codes am Segment.

 Analysierte Beziehung der Codes – Nähe von Codes im gleichen Dokument.

 Analysierte Beziehung der Codes – Vorkommen von Codes im gleichen Dokument.

Ein Wechsel des Ähnlichkeitsmodus führt zu einer Neuberechnung der Anzeige.
Weitere Funktionen:

 Codehäufigkeiten anzeigen – Schaltet die Anzeige der Codehäufigkeit in den analysierten Dokumenten hinter dem Codenamen ein.

 Codegröße relativ zu Codehäufigkeit – Je häufiger ein Code verwendet wurde, desto größer wird er dargestellt.

 Schriftgröße relativ zu Codehäufigkeit – Je häufiger ein Code verwendet wurde, desto größer wird sein Name dargestellt.

 Schriftart – Wählen Sie hier eine Schriftart für die Darstellung, z.B. um die Ausgabe an die Schriftart in Ihrer Publikation anzupassen.

 Schrift vergrößern und verkleinern – Passt die Schriftgröße der Codenamen an.

– Legt fest, wie die Codes eingefärbt werden sollen. Bei Cluster werden die Codes entsprechend ihrer Gruppenzugehörigkeit eingefärbt. Im Zahlenfeld können Sie die Anzahl der Cluster bestimmen. Bei Einheitlich erhalten alle Codes die gleiche Farbe. Bei Codesystem wird die Farbe des Codes aus der „Liste der Codes“ übernommen.

 Zoom out, Zoom in – Vergrößert und verkleinert den angezeigten Ausschnitt.

 Aktualisieren – Ruft den Optionsdialog erneut auf, um andere Codes oder Dokumente auszuwählen.

Codelandkarte exportieren

Am rechten oberen Rand stehen Ihnen Symbole für den Export und die Weiterverarbeitung zur Verfügung:

 Aktuelle Ansicht in Zwischenablage kopieren – Legt ein Bild mit guter Auflösung in die Zwischenablage, sodass Sie es direkt per Einfügen in einen Bericht oder eine Präsentation integrieren können.

 Als Map in MAXMaps speichern – Erzeugt eine neue Map in MAXMaps, dem Tool für Concept Maps in MAXQDA, und fügt den Inhalt der Codelandkarte ein. Die Map können Sie später in MAXMaps bearbeiten.

 Exportieren – Speichert die Darstellung als Bilddatei im PNG- oder SVG-Format. Wenn Sie als Export-Format Excel (XLSX) wählen, werden in die Exportdatei alle berechneten Werte eingetragen: (Ähnlichkeitsmatrix, Distanzmatrix und Koordinaten).

Interaktivität der Codelandkarte

Die Codelandkarte ist interaktiv:

  • Klicken Sie auf einen Code, um ihn in der „Liste der Codes“ zu markieren.
  • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Code und wählen Sie Entfernen, um ihn von der Landkarte zu löschen. Die Landkarte baut sich daraufhin mit den verbleibenden Codes neu auf.

Codelandkarte aus dem Code-Relations-Browser aufrufen

Wenn Sie den Code-Relations-Browser verwenden, erstellt MAXQDA eine Matrix, aus der Sie das gemeinsame Vorkommen von jeweils zwei Codes ablesen können. Da genau solch eine Auswertung die Grundlage für die Codelandkarte bildet, lässt sich diese auch direkt aus dem Code-Relations-Browser aufrufen.

Klicken Sie hierzu auf das erste Icon ganz links:

Codelandkarte aus dem Code-Relations-Browser aufrufen

MAXQDA erstellt daraufhin eine Codelandkarte mit allen Codes, die sowohl in den Spalten als auch in den Zeilen dargestellt werden und die mindestens mit einem anderen dieser Codes gemeinsam vorkommen.

Hinweise: (1) In der erscheinenden Codelandkarte kann nicht zu anderen Auswertungsvarianten für die Beziehung von Codes umgeschaltet werden. Diese Auswahl wurde bereits im Code-Relations-Browser getroffen. (2) Im Code-Relations-Browser eingeklappte Codes werden nicht aggregiert, sondern alle Subcodes werden einzeln berücksichtigt.

Hinweise zur Berechnung und Darstellung

Für die Positionierung der Codes auf der Fläche wird das Verfahren der klassischen multidimensionalen Skalierung verwendet.

Für diesen Zweck wird zuerst eine Ähnlichkeitsmatrix entsprechend der Darstellung im Code-Relations-Browser berechnet und anschließend in eine Distanzmatrix umgerechnet. Für die Umrechnung werden zunächst die Spaltensummen berechnet, es wird also bei jedem Code geschaut, wie häufig er mit irgend einem anderen Code zusammen vorkommt. Von diesen Spaltensummen wird das Maximum bestimmt und als maximal mögliche Ähnlichkeit definiert. In jeder Zelle wird die Ähnlichkeit zweier Codes von diesem Maximum subtrahiert.

Eine Distanz von 0 bedeutet folglich, dass zwei Codes nur gemeinsam vorkommen, niemals ohne den anderen Code. Eine Distanz entsprechend des Maximums bedeutet, dass diese Codes niemals gemeinsam vorkommen. Bitte beachten Sie, dass durch die Reduktion auf maximal 2 Dimensionen (also auf eine Fläche) und dem damit eingenommene Betrachtungswinkel zwei Codes visuell näher beisammen erscheinen können als es die Distanzmatrix erwarten lässt.

Die Clusterbildung der Codes erfolgt anhand einer hierarchischen Clusteranalyse mithilfe der Distanzmatrix. Als Clusterverfahren wird Average Linkage eingesetzt.

Bei eingeschalteter Option Codegröße relativ zu Codehäufigkeit wird bei der Bestimmung der Symbolgrößen ähnlich wie bei den Visual Tools Code-Matrix-Browser und Code-Relations-Browser verfahren: MAXQDA bestimmt die kleinste und größte Codehäufigkeit aller dargestellten Codes und teilt dann den Abstand zwischen diesen beiden Werten in sieben gleich große Zahlenbereiche ein. Der kleinste Zahlenbereich erhält das kleinste Symbol und der größte das größte Symbol. Zusätzlich wird berücksichtigt, wie groß der maximale Abstand zwischen den dargestellten Codehäufigkeiten ist. Wenn beispielsweise Codes nur einmal oder zweimal verwendet wurden, ist der Abstand sehr klein und es werden nicht das kleinste und das größte Quadrat verwendet, sondern die beiden kleinsten, um den Unterschied von einer Codierung nicht zu stark zu betonen.

Die folgende Grafik zeigt, welche Symbolgrößen bei welchem Abstand zwischen kleinstem und größtem Wert (Range) verwendet werden. Wenn die kleinste Codehäufigkeit z.B. 5 beträgt und die höchste 8, dann beträgt der Range 8 – 5 = 3. Die Zellen mit Wert 5 bekommen dann das kleinste Symbol aus der Zeile „Range = 3“ zugewiesen, die Zellen mit Wert 8 das größte aus dieser Zeile. Wenn alle visualisierten Zahlenwerte identisch sind, der Range also 0 beträgt, wird immer das kleinste Symbol für alle Werte gezeigt.

Bestimmung der Symbolgröße in Abhängigkeit des Abstandes