Dokumenten-Vergleichsdiagramm: Textcodierungen visuell vergleichen

Dieses Visualisierungstool arbeitet für mehrere ausgewählte Dokumente und stellt eine Art Mischtyp zwischen den nur für einzelne Dokumente konzipierten Visualisierungstools „Dokument-Portrait“ und „Codeline“ dar, nun allerdings für mehrere Dokumente. Die Auswahl der Dokumente, die im Diagramm dargestellt werden, geschieht wie in MAX­QDA üblich, über die Aktivierung.

Hinweis: Nur Text-und Tabellen-Dokumente können mit dem Dokumenten-Vergleichsdiagramm analysiert werden.

Bei der Darstellung des „Dokumenten-Vergleichsdiagramms“ werden anders als bei „Codeline“ in den Zeilen der Matrix keine Codes, sondern Dokumente dargestellt. Dies macht es also prinzipiell möglich, Dokumente miteinander zu vergleichen. Die Visualisierung funktioniert nun so, dass in jede Zelle (=Absatz) alle vorkommenden Codes als Symbole (farbige Rechtecke) hineingesetzt werden. Kommt ein Code mehrmals in einem Absatz vor, wird er trotzdem nur einmal dargestellt. Die Grundidee lässt sich anhand folgender Darstellung nachvollziehen. Hier sind 10 Absätze und drei Texte abgebildet. In allen drei Texten wurde im ersten Absatz nichts codiert. Bei Text 1 beginnen die Codierungen in Absatz 2 mit einem roten und zwei blauen Codes.

  1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Text 1   ■ ■ ■ ■     ■ ■  
Text 2       ■ ■    
Text 3          

Wenn mehrere Codes im gleichen Absatz auftauchen, werden die Farben beider Codes in der für den betreffenden Absatz vorgesehenen Zelle des Diagramms gelistet. Jeder Absatz wird standardmäßig gleich breit dargestellt, unabhängig davon, wie viele Zeichen er umfasst. Bei mehreren Codes wird der zur Verfügung stehende Platz anteilig den Codierungen am Absatz zugewiesen, wobei berücksichtigt wird, wie häufig ein Code im Absatz vergeben wurde – nicht wie umfangreich die Codierung ist. Wenn ein Code dreimal im Absatz vorkommt, ein anderer Code nur einmal, dann erhält der erste Code ¾ der Fläche, der zweite nur ¼ der Fläche.

Ähnlich wie beim „Dokument-Portrait“ wird hier vorausgesetzt, dass eine sinnvolle Zuordnung von Farben zu Codes stattfindet. Wenn man den Codes keine Farbe zuordnet, sondern für alle Codes die Standardfarbe benutzt, ist die grafische Darstellung nutzlos, denn man sieht dann nur, wo Codierungen erfolgt sind, nicht aber, um welche Codes es sich handelt.

Aufgerufen wird das „Dokumenten-Vergleichsdiagramm“ über das Menüband: Visual Tools > Dokumenten-Vergleichsdiagramm.

Das „Dokumenten-Vergleichsdiagramm“ sieht folgendermaßen aus:

Beispiel für ein Dokumenten-Vergleichsdiagramm

Die Darstellung ist insbesondere für strukturierte Textformen hilfreich. Hier haben ja alle Texte die gleiche Anzahl von Absätzen, wodurch ein direkter Vergleich der Texte möglich ist. Im Grunde bietet dieses Tool eine ähnliche Art von Information an wie das „Dokument-Portrait“, allerdings müsste man bei Textvergleichen via „Dokument-Portrait“ mehrere Portraits erstellen und gewissermaßen nebeneinander legen. Dies geschieht hier in einer einzigen Grafik.

Interaktive Verbindung mit den Herkunftsdaten

Auch beim „Dokumenten-Vergleichsdiagramm“ sind die Zellen der Grafik interaktiv mit den Ursprungstexten verbunden, d.h. ein Doppelklick bringt Sie zum entsprechenden Absatz des jeweiligen Textes.

Dokumentlängen standardisieren

Um auch Texte hinsichtlich ihres Codierungsverlaufs miteinander vergleichen zu können, wenn die Texte unterschiedliche Länge haben, gibt es im Dokumenten-Vergleichsdiagramm die Option Dokumentlängen standardisieren, die Sie als Symbol ganz links in der Symbolleiste finden. Das Einschalten der Funktion bewirkt, dass MAXQDA die analysierten Texte nicht absatzweise präsentiert, sondern in 100 gleich große Abschnitte aufteilt und die in jedem Abschnitt vorhandenen Codierungen visualisiert.

Breite an Fenster anpassen

Das Einschalten der Option Breite an Fenster anpassen bewirkt, dass die Darstellung horizontal so stark „zusammengedrückt“ wird, dass sie vollständig im Fenster Platz hat. Dies ist insbesondere für Publikationen hilfreich, in denen der gesamte Codierverlauf mehrerer Dokumente vollständig auf einer Seite dargestellt werden soll.

In der Regel wird man diese Option zusammen mit standardisierten Dokumentlängen verwenden, sodass alle Dokumente im Fenster direkt untereinander verglichen werden können, auch wenn sie unterschiedlich umfangreich sind.

Mithilfe des Schiebereglers in der Symbolleiste lässt sich die Breite der Spalten anpassen, gewissermaßen die „Auflösung“ der Unterteilung mit vertikalen Linien.

Export als Grafikdatei

Das Symbol  Exportieren erlaubt es, die aktuelle Darstellung des „Dokumenten-Vergleichsdiagramms“ als Datei zu exportieren. Diese Datei kann dann später beispielsweise in eine PowerPoint-Präsen­ta­tion oder einen Word-Text eingefügt werden.

Durch Klick auf das Icon  wird die aktuelle Ansicht in die Zwischenablage kopiert und kann mit Strg+V (Win) oder cmd+V (Mac) in Word, PowerPoint und andere Programme eingefügt werden.