Dokument- und Codevariablen in MAXQDA

In MAXQDA können Sie sowohl für Dokumente als auch auf Codeebene Informationen in Variablen speichern. Für die Sprecher*innen eines Gruppeninterviews stehen zudem die Sprechervariablen zur Verfügung, die im Detail im Kapitel über die Analyse von Fokusgruppen erläutert werden.

Die Dokumentvariablen

Die Dokumentvariablen beziehen sich auf ein gesamtes Dokument, z.B. im Fall eines Interviews auf die betreffende Person. In den Dokumentvariablen können sozio-demographische Merkmale wie Geschlecht, Alter, Bildungsstand etc. als Variablen festgehalten werden, die dann im Zusammenhang mit den Interviewtexten ausgewertet werden können.

Im folgenden Beispiel wurden zu allen fünf Interviewten das Alter, die Wohnform, der höchste Schulabschluss, sowie die Tatsache, ob die Befragten Mitglied einer Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) sind, festgehalten:

Beispiel für die Verwendung der Dokumentvariablen

Die Codevariablen

Mit den Codevariablen besteht in MAXQDA die Möglichkeit, auch für codierte Einheiten innerhalb eines Dokuments Variablen zu definieren und deren Werte als Selektionskriterium während des Auswertungsprozesses zu nutzen. So lassen sich z.B. ausgewählte Codes aktivieren.

Handhabung von Variablen

Zur Handhabung der Variablen stehen in MAXQDA zwei Ansichten zur Verfügung: die Variablenliste und der Dateneditor. In der Variablenliste sind alle Variablen, die im Projekt definiert wurden, in tabellarischer Form aufgelistet. Der Dateneditor gibt, in ähnlicher Weise wie in Statistikprogrammen, die Datentabelle als rechteckige Matrix „Zeilen mal Spalten“ wieder. In den Spalten befinden sich immer die Variablen, in den Zeilen bei den Dokumentvariablen die Dokumente und bei den Codevariablen die Codes.

Die „Liste der Dokumentvariablen“

Für Dokumentvariablen lässt sich die Variablenliste über das Menüband aufrufen: Variablen > Liste der Dokumentvariablen.

Wenn Sie die „Liste der Dokumentvariablen“ bei einem neu erzeugten Projekt öffnen, sind die in der Abbildung aufgezeigten Systemvariablen bereits definiert:

  • Dokumentgruppe – enthält den Namen der Dokumentgruppe
  • Dokumentname – enthält den Namen des Dokuments
  • Erstellt von – Benutzername der Person, die das Dokument importiert hat
  • Erstellt am – Importdatum des Dokuments
  • Anzahl Codings – enthält die Anzahl der codierten Segmente des Dokuments
  • Bearbeitet von – Benutzername der Person, die als letztes das Dokument editiert hat oder Codierungen, Memos, Link etc. ergänzt hat.
  • Bearbeitet am – Datum der letzten Bearbeitung
  • Codierte Segmente – enthält die Anzahl der codierten Segmente des Dokuments
  • Memos – enthält die Anzahl der Memos des Dokuments
Die Systemvariablen in der „Liste der Dokumentvariablen“

Die Systemvariablen erkennen Sie an den roten Symbolen in der ersten Spalte der Variablenliste. Systemdefinierte Variablen können Sie nicht verändern und nicht löschen. Vom Benutzer definierte Variable können Sie an blauen Symbolen in der ersten Spalte erkennen – diese können ganz nach Bedarf umbenannt oder gelöscht werden.

Die „Liste der Codevariablen“

Die Variablenliste der Codevariablen rufen Sie über das Menüband auf: Variablen > Liste der Codevariablen.

Bei den Codevariablen sind ebenfalls bereits interne Variablen definiert, wenn Sie die Übersicht der Codevariablen zum ersten Mal öffnen, und zwar die folgenden, die standardmäßig auch in der Tabelle Codehäufigkeiten gelistet sind:

  • Obercode – Name des Codes auf der nächst höheren Ebene (sofern vorhanden)
  • Code – Codename
  • Cod. Seg. (alle Dokumente) – Anzahl der Segmente, die mit diesem Code codiert wurden.
  • Cod. Seg. (aktivierte Dokumente)– Anzahl der Segmente, die mit diesem Code in den derzeit aktivierten Dokumenten codiert wurden
  • % Cod. Seg. (alle Dokumente)– relative Häufigkeit von „Cod. Seg. (alle Dokumente)“
  • % Cod. Seg. (aktivierte Dokumente)– relative Häufigkeit von „Cod. Seg. (aktivierte Dokumente)“
  • Erstellt von – Benutzername, der Person, die den Code angelegt hat
  • Erstellt am – Datum und Zeit, zu dem der Code angelegt wurde
  • Bearbeitet von – Benutzername der Person, die als letztes das Dokument editiert hat oder Codierungen, Memos, Link etc. ergänzt hat.
  • Bearbeitet am – Datum der letzten Bearbeitung
  • Dokumente – Anzahl der Dokumente, in denen der Code vergeben wurde
Die Systemvariablen in der „Liste der Codevariablen“

Variablenliste sortieren

Die Variablenlisten können Sie in gleicher Weise wie jede andere Tabelle in MAXQDA aufsteigend oder absteigend nach Spalten sortieren, indem Sie auf eine Spaltenüberschrift klicken. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise eine alphabetisch sortierte Liste erstellen oder prüfen, ob ein bestimmter Variablenname schon existiert.

Tipp: Um die Ursprungssortierung wiederherzustellen, klicken Sie auf eine Spaltenüberschrift mit der rechten Maustaste und wählen Sie Sortierung zurücksetzen.

Die Symbolleiste

Sowohl in der „Liste der Dokumentvariablen“ als auch der „Liste der Codevariablen“ stehen Ihnen (neben den üblichen Icons für das Filtern und Exportieren) die gleichen Symbole zur Verfügung, die Ihnen einen schnellen Zugriff für das Management der Variablenliste erlauben:

Daten Importieren – Erlaubt den Import einer Datentabelle im Excel-Format XLS/X.

Dateneditor Schaltet von der Datenansicht in die Variablenansicht.

Liste der Variablen in MAXQDAListe der Variablen Schaltet von der Variablenansicht in die Datenansicht.

Neue Variable – Erzeugt eine neue Variable.

Variable löschen – Löscht die ausgewählte(n) Variablen.

Umwandeln in Boolean Variable – Wandelt eine in der Liste fokussierte Dokumentvariable, die aus einem Code transformiert wurde, in eine dichotome BooleanAh L Variable um.

Umwandeln in Text-Variable – Wandelt eine beliebige in der Liste fokussierte, selbstdefinierte Variable in eine Text-Variable um.

Statistik für Dokument-/Codevariablen – Erzeugt für die markierten Variablen eine Häufigkeitstabelle oder Diagramm.